Sterben Spinnen im Staubsauger?

Spinnen zählen nicht zu unseren beliebtesten Mitbewohnern, sie werden von den meisten Menschen als eklig empfunden und lösen Unbehagen aus. Nicht verwunderlich dass wir sie mit möglichst großem Sicherheitsabstand beseitigen wollen und was wäre einfacher als diese bei der Haushaltsreinigung mit einzusaugen? Klingt simpel und effizient, wäre da nicht immer der kleine Hintergedanke ob es nicht die Möglichkeit gibt dass die Spinne sich später wieder heroisch aus ihrem dunklen Grab herauskämpft um Rache auszuüben, während wir nichtsahnend friedlich Schlafen.

Hauswinkelspinne_Wikipedia

Wie die Überlebenschancen stehen hängt von einigen Faktoren ab da es mehrere Arten gibt wie die Spinne letztendlich im Haushaltsgerät verenden kann. Durchschnittliche Bodenstaubsauger haben heutzutage eine Leistung von 1000 bis 2000 Watt, ein kleiner Achtbeiner der einem vor das Rohr läuft wird hier mit ca. 150 km/h durchflitzen. Spinnentiere haben zwar einen robusten Chitinpanzer und ziehen sich im Normalfall reflexartig zu einer Kugelform zusammen, bei dieser Geschwindigkeit jedoch erleiden auch diese beträchtliche Schäden. Für große Exemplare wird diese Krafteinwirkung mit höchster Wahrscheinlichkeit sofort tödlich enden, besonders kleine Hausspinnen können dies doch durchaus überleben da sie nicht genug Masse haben um durch diese Beschleunigung ins Jenseits befördert zu werden, obwohl die meisten ihnen wohl eine Fahrkarte mit erste Klasse Sitzplätzen gerne spendiert hätten. Welche Todesfallen warten jetzt im Inneren des Staubsaugers auf den unschuldigen Krabbler, falls ein Rücklaufventil beziehungsweise ein Hygieneventil vorhanden ist wird dieser ohnehin nicht wieder rauskommen können und langsam sterben. Bei Modellen ohne Ventil kann die Spinne nochimmer ersticken, Spinnen atmen durch eine Tracheenlunge und diese kann durch den Feinstaub verstopfen. Diese Tracheen sind genauso wie der Chitinpanzer aber sehr druckempfindlich und können durch Unterdruck zerstört werden. Bei jedem Staubsauger gehört es zum grundlegenden Funktionsprinizip dass ein Unterdruck im inneren des Gerätes erzeugt wird, die Luft wird im Verhältnis zum externen Normaldruck am Schlauch dadurch eingesaugt. Wenn man sichergehen will dass die Spinne durch eine plötzliche Druckänderung stirbt kann man bei laufendem Gerät das Rohr vorne mehrmalig kurz zuhalten und wieder freigeben.

Die Wahrscheinlichkeit dass eine Spinne das Einsaugen mit einem herkömmlichen Bodenstaubsauger überlebt ist also ziemlich gering bis garnicht vorhanden wenn man sicher geht. Was anderes ist es natürlich wenn man diese nur beiläufig mit geringer Saugstärke aufsaugt und gleich ein Gerät ohne Rücklaufventil abschaltet, aber das versteht sich nach obiger Erklärung hoffentlich von selbst. Im mitteleuropäischen Raum haben wir keine giftigen Hausspinnen zu erwarten, eine Wespe ist gefährlicher als jeder Achtbeiner der uns über den Weg laufen könnte, auch wenn sie nicht hübsch anzusehen sind und ihre ruckartigen schnellen Bewegungen uns in Angst und Schrecken versetzen stellen sie keine Gefahr dar, sind ein natürlicher Teil unserer Umwelt und erfüllen dort sinnvolle Aufgaben. Der kleine persönliche Erfolg seine Phobie überwunden zu haben und eine Spinne nach dem Auffangen in einem Becher im Garten ausgesetzt zu haben sollte mehr wert sein als sich Gedanken darüber machen zu müssen was wo wieder rauskriechen könnte.